30.09.2021

Aktuelle Informationen zur Corona-Impfung

Grundsätzlich gilt: Menschen nach einem Schlaganfall haben ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer COVID-19-Erkrankung und einen schweren Verlauf. Schlaganfall-Betroffenen wird die Corona-Impfung deshalb dringend empfohlen, da der Nutzen der Impfung, d.h. die Verhinderungen mindestens schwerer COVID-19-Erkrankungen, die Risiken weit übersteigt.

 

 

 

Welche Impfstoffe für die COVID-19-Impfung stehen in Deutschland aktuell zur Verfügung?

Seit Dezember 2020 wurden die beiden mRNA-Impfstoffe BNT162b2 (Handelsname Comirnaty; Firmen BioNTech/Pfizer), mRNA-1273 (Handelsname Moderna, Firma Moderna Biotech) sowie die beiden Vektorimpfstoffe AZD1222 (Handelsname Vaxzevria; Firma Astra-Zeneca) und Ad26.COV2.S (Handelsnamen COVID-19 Impfstoff Janssen Firma Johnson & Johnson) durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) als COVID-19-Impfstoff zugelassen. Diese Impfstoffe werden seitdem auch in Deutschland eingesetzt. Für Kinder ab 12 Jahren ist inzwischen der BNT162b2 (Comirnaty von BioNTech/Pfizer) zugelassen.

Die Impfstoffe Comirnaty und Moderna gehören zum neuen Typ der mRNA-Impfstoffe und werden hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit als gleichwertig beurteilt. Die Impfstoffe Vaxzevria und Ad26.COV2.S gehören ebenfalls zu einer neuen Generation von Impfstoffen, den sogenannten Vektor-basierten Impfstoffen. Basis für die Zulassung der Impfstoffe sind große klinische Studien, sogenannte Phase-III-Studien, deren Ergebnisse in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Auf Basis der vorliegenden Daten wurden alle 4 genannten COVID-19-Impfstoffe als hinreichend sicher und wirksam gegen die COVID-19-Erkrankung eingeschätzt und im Sinne der Risiko-Nutzen-Abwägung durch die zuständigen Behörden zugelassen.

Die Wirksamkeit und Sicherheit der Corona-Impfstoffe konnte nicht nur in großen Studien nachgewiesen, sondern auch in der Praxis bestätigt werden. Allerdings können bei millionenfachem Einsatz der Impfstoffe sehr selten auch schwerwiegende Ereignisse auftreten, bei denen ein ursächlicher Zusammenhang zur Impfung geprüft werden muss. Dies kann ggf. zur Neueinschätzung der Sicherheit und angepassten Impfempfehlungen führen, wie dies gerade im Fall des Impfstoffes von AstraZeneca geschehen ist. Nach Impfung mit Vaxzevria traten schwere Durchblutungsstörungen im Hirn (sogenannte Sinusvenenthrombosen) auf. Diese extrem seltenen Komplikationen wurden bisher vor allem bei jüngeren Menschen (< 60 Jahre, vor allem Frauen) beobachtet. Daher empfiehlt die STIKO, Vaxzevria vor allem bei Menschen älter als 60 Jahre einzusetzen.

Wer benötigt eine Auffrischungsimpfung (Booster-Impfung) und wann sollte diese verabreicht werden?

Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass der Impfschutz nach vollständiger Covid-19-Impfung insbesondere bei Älteren, Immunsupprimierten und Vorerkrankten nach 5-6 Monaten abnehmen kann. Darüber hinaus zeigt sich in einer neueren Untersuchung eine erhebliche Verbesserung des Impfschutzes bei Menschen über 60 Jahren, wenn nach ca. 5-6 Monaten eine 3. (sogenannte Booster-) Impfung erfolgt.

Entsprechend der aktuellen Empfehlung der STIKO1 sollten daher zunächst Menschen über 65 Jahre generell, sowie immunsupprimierte und schwer vorerkrankte Menschen eine Auffrischung nach 6 Monaten erhalten. Der Booster sollte mit einem mRNA-Impfstoff (Comirnaty  oder Moderna) erfolgen. Der Covid-19-Booster kann zeitgleich mit der Grippeimpfung verabreicht werden, ein zeitlicher Abstand ist hier nicht notwendig.

Wo finde ich weitere Informationen?

Einfach verständliche Informationen zur Corona-Schutz-Impfung selber finden Sie hier. Ausführliche Informationen zu COVID-19 und Corona-Impfung stellt das Robert-Koch-Institut in ständig aktualisierter Form zur Verfügung. Zum Thema Corona-Impfung und Schlaganfall hat die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe relevante Informationen zusammengestellt. 

Wenn Sie unabhängig zum Thema Impfen Fragen haben, können Sie sich bei uns im Servicepunkt Schlaganfall melden.

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